Dieser Online-Shop verwendet Cookies für ein optimales Einkaufserlebnis. Dabei werden beispielsweise die Session-Informationen oder die Spracheinstellung auf Ihrem Rechner gespeichert. Ohne Cookies ist der Funktionsumfang des Online-Shops eingeschränkt. Sind Sie damit nicht einverstanden, klicken Sie bitte hier. x

Bruchlast

Bruchlast und andere Begriffe




Bei der Auswahl eines Seiles gibt es verschiedene Begrifflichkeiten. Ein häufig genanntes Kriterium ist die Bruchlast einer Leine. Was hat es damit auf sich, was sind Arbeitslast, Arbeitsdehnung oder Reck?

 

Bruchlast


Maximale Kraft, die im geraden Zug auf ein Seilprodukt ausgeübt wird, bis es bricht. Die Bruchlast wird in daN oder kN angegeben (1 daN = 1,0197 kg, 1kN = 101,97 kg).

 

Benötigte Bruchlast


Die Bruchlast ist Anhaltspunkt oder Rechengröße für die Bestimmung und Auswahl des richtigen Seiles. Für Schoten und Fallen rechnen viele Rigger und Ausrüster mit der Formel "Segelfläche x 33 x 3". Dabei sind Segelfläche/qm x 33 die erfahrungsgemäß maximal auftretenden Lasten, z.B. 50 qm x 33 = 1.650 daN, noch multipliziert x 3 als Sicherheitsaufschlag, also 4.950 daN, rund 5.000 kg Bruchlast werden für diese Segelgröße etwa benötigt (Zuschlag bei besonders schweren Booten).

Eine andere Formel, die eher die zu erwartende maximale Windgeschwindigkeit berücksichtigt, lautet: "Windgeschwindigkeit (kn) x Windgeschwindigkeit (kn) x Segelfläche (qm) x 0,021 x 5". Verglichen mit der obigen Formel kommt man  bei einer angenommenen max. Windgeschwindigkeit von 31 kn auf eine vergleichbare Bruchlast für das ungereffte Segel, soweit ok.

Haben Sie z.B. ein wegnehmbares Kutterstag für die Sturmfock? Sollen die 17 qm der Sturmfock auch Böen von 58 kn standhalten? Dann schauen Sie mal nach, ob nicht nur die Leinen, sondern auch die Beschläge über 6.000 daN Bruchlast haben...

 

Arbeitslast

(SWL / Safe Working Load, sichere Arbeitslast)

Das ist die übliche sichere Belastung des Seils im Gebrauch. Diese kann je nach Einsatzzweck abweichend sein. Je nach Anwendung geben die Hersteller zwischen 20 und 25 %, manchmal 30 % der Bruchlast als sichere Arbeitslast an.


 

Bruchdehnung


ist die maximale Dehnung in %, die beim Bruch des Seiles vorliegt.

 

Dehnung / Arbeitsdehnung / Reck


Die Arbeitsdehnung wird im Bereich der sicheren Arbeitslast gemessen und ist die Längenzunahme durch Zugspannung in %. Achtung, je nach Seiltyp und Hersteller können unterschiedliche Werte angegeben werden; z.B. gibt ein Hersteller die Dehnung bei 10 % der Bruchlast an, ein anderer Hersteller nennt den Wert unter einer Zuglast von 30 % der Bruchlast. Beispiel: Eine Squareline hat bei 10% der Bruchlast 7,2 % Dehnung, bei 30% der Bruchlast aber 17 % Dehnung.

 

Herabsetzung der Bruchlast


Spleiße und Knoten können die tatsächliche Bruchlast eines Seiles deutlich herabsetzen. Mit einem Spleiß kann je nach Material fast die volle Bruchlast erhalten bleiben (~90 %), Liros z.B. garantiert mindestens 80 (90) % der Bruchlast für ihre Spleißarbeiten. Knoten können die Bruchlast um 30 bis 50 %, bei Kevlar (R) oder Dyneema(R) auch um 60 % herabsetzen.

Die Mindest-Bruchkraft wird durch innere Erwärmung bei Arbeitsaufnahme, äußere Erwärmung durch Reibung (Klüse, Spillkopf usw.) oder Sonneneinstrahlung gemindert. In nassem Zustand nimmt die Höchstzugkraft von Polyamidseilen um ca. 10–15% ab.

Selbstverständlich wird die Bruchlast auch durch Beschädigungen des Seiles durch Abrieb und Scheuern, durch Knicken und UV-Belastung herabgesetzt. Regelmäßige Kontrolle ist angesagt und regelmäßige Pflege (waschen) verlängert die Lebensdauer.



(c) Bert Schattschneider, www.segelkoje.de und Jan Schattschneider, www.seileundmeer.de

 

Quellen / siehe auch:

Palstek, "Zieh Leine!", Ausgabe 6/2014

Herstellerinformationen Liros, Gleistein u.a.
* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten